¡Muy buenas tardes desde Azara otra vez!
Nachdem ich mich jetzt nun wirklich lange genug nicht mehr gemeldet hab und diese Seite ein klein wenig vernachlässigt hab, wollte ich doch noch mal nen Lebenszeichen von mir hören lassen.
Erstmal das wichtigste: Ich lebe noch!
Nein, im Ernst gab es in den letzten 2 Monaten so viel zu tun, dass mir kaum Zeit blieb mal nen neuen Eintrag für meinen Blog zu schreiben. Und so häuften und häuften sich die Ereignisse, sodass diese Ausführung von all dem, was ich hier so gemacht hab, wohl nen bisschen länger ausfallen wird.
Fangen wir also da an, wo der letzte Bericht aufgehört hat. Anfang November haben wir es endlich in Angriff genommen unser Haus ein wenig umzugestalten.
Das Büro und das Wohnzimmer haben den Platz getauscht was gleichzeitig einen enormen Aufräum-Bedarf mit sich brachte.
So haben wir jetzt ein besser organisiertes Büro, da ein Archiv hinzugekommen ist und mehr Privatsphäre, da das Wohnzimmer nun nicht mehr direkt im Eingangsbereich ist und somit Besucher direkt im Büro empfangen werden können.
Ausserdem war am 7.11. der Nationalfeiertag der Polen zur Erinnerung an die Neugründung des Königreiches Polen, nachdem sich Russland und Deutschland das Ländchen aufgeteilt hatten. Dieser Tag wird zu mancheinem Erstaunen nicht nur in Polen, sondern auch in einem kleinen Provinznest in Argentinien gefeiert.
Grund dafür ist, dass Azara, wie viele Dörfer und Städte in dieser Region, vor etwas mehr als 100 Jahren hauptsächlich von polnischen Auswanderern gegründet wurde. Jedoch haben sich in diesem Dörfchen die polnischen Traditionen verstärkt erhalten. Zum einen weil es eben ein eher kleines Dorf ist, wo sich Traditionen immer stärker bewahren, zum Andern aber auch durch eine Art Verein zur Bewahrung des polnischen Brauchtums hier im Dorf. So gibt es seit diesem Jahr auch Polnischunterricht von einer Lehrerin, die vom polnischen Staat gesandt wurde, um hier zu unterrichten.
So kam es auch, dass während des Monats Oktober (Marienmonat) und November der Rosenkranz täglich auf spanisch und polnisch gebetet wurde.
Wie auch immer wurde auf dem polnischen Nationalfeiertag hier auch mit viel Pomp eine Messe auf polnisch gehalten zu der eigens 3 Priester aus Buenos Aires und Posadas eingeflogen wurden.
Gleichzeitig ist hier noch eine wahre Invasion von Deutschen im argentinischen „Polendorf“ angekommen um die Internationalität zu vervollständigen. Zum einen kam die Nichte des Padres wieder mit einigen deutschen Studienkollegen aus Buenos Aires und zum anderen kamen mich Johannes und Leo, meine Mit-MaZ’ler aus dem Paraguay, besuchen, was natürlich die gute Gelegenheit bot Erfahrungen, Erlebnisse und Geschichten aus unseren Arbeitsstellen auszutauschen, wobei ein oder zwei Bierchen natürlich nicht fehlen durften...
Einige Tage später gings dann auf grosse Diözesanwallfahrt zum spirituellem Zentrum des Bistums Posadas nach Loreto, wo vor einigen Jahrhunderten Jesuiten eine Reduktion zum Schutz und Verbesserung der Lebenslage der indignen Ureinwohner gegründet hatten.
Heute sind von diesen Reduktionen nach der Vertreibung der Jesuiten und der Zerstörung und Plünderung nur noch einige Grundmauern dieser mächtigen Anlagen übergeblieben. Doch wurde zur Erinnerung an diese Epoche der Provinz den Namen „Misiones“ gegeben.
Zum Gedenken an die heilig gesprochenen Märtyrer Roque Gonzales und seinen Begleitern, Jesuiten, wurde also an diesem Ort eine Messe gefeiert, an der alle Priester aus der Diözese teilnahmen. Viele Jugendliche haben sich am vorigen Abend von verschiedenen Orten des Bistums zu Fuss aufgemacht um rechtzeitig zur Messe dort anzukommen. Wir haben es uns ein wenig einfacher gemacht und einen Bus gechartert, der unsere hauptsächlich aus den Kommunionkindern bestehende Gruppe dorthin brachte.
Anfang Dezember hat es dann wieder uns getroffen die allmonatliche Versammlung der Steyler Priester hier in der Region zu organisieren. Es wurden also wieder alle Salòns, sowie der Hof und das Pfarreigelände auf Vordermann gebracht, viel gekocht und angerichtet um den teilweise weit gereisten Herren einen angenehmen Vormittag zu bereiten, den sie dann auch sichtlich genossen.
Danach musste ich mich dann dringend mal aus dem Land flüchten um mein Visum zu verlängern, das alle 3 Monate abläuft und durch einfache wiedereinreise ins Land um weitere 3 Monate verlängert wird. So hab ich die Gelegenheit genutzt um Johannes in seiner Pfarrei im Paraguay zu besuchen. Dort habe ich dann einen schönen halben Tag verbracht, um mit ihm zu plaudern, Tererè zu trinken (dort nur „Yerba“ gemixt mit verschiedensten Kräutern und kaltem Wasser; kein Saft...) und schliesslich dann nachmittags schon wieder die Rückreise anzutreten, denn in Azara wartete noch Arbeit für die náchsten Tage.
Denn für denn kommenden Samstag (6.12.) organisierten wir von der Pfarrei einen Baile (grob übersetzt: Tanzabend), anlässlich der Wahl zur „Miss Azara“ oder wie man hier sagt „reina del pueblo“ (Königin des Dorfes). Zur Wahl stellten sich 4 Kandidatinnen, aus denen durch eine exklusive Jury aus Repräsentanten verschiedener Institutionen des Dorfes und der Nachbarstadt Apòstoles, schliesslich die „Königin“ hervorging. Dabei hatte ich die Ehre die Pfarrei als ausrichtende Institution am Tisch dieser
Der Gewinn dieser Veranstaltung fliesst nun dem Weiterbau unseres Altenheims zu Gute, dass einem übrigens jetzt mit gedecktem Dach schon von weitem entgegen strahlt.
Nach dieser langen Nacht (in Argentinien fängt die Feier gegen 12 Uhr nachts erst an und hört dementsprechend auch früh morgens auf) mussten wir dann am folgenden Sonntag noch die Vorbereitungen für die Prozession am Feiertag von Maria Empfängnis am Montag (8.12.) treffen.
Wie alle Marienfeiertage wird auch dieser in Argentinien, wie in vielen südamerikanischen Ländern, sehr gross gefeiert (u.a. Schul- und Arbeitsfrei). Bei uns in der Pfarrei findet daher eine Prozession zu einer grossen Marienstatue auf halben Weg (8km) zur Nachbarstadt Apòstoles statt. Dort trafen wir uns mit der Prozession die aus Apòstoles startete und gemeinsam wurde dann eine Messe unter freiem Himmel gefeiert, an der über 1000 Gläubige teilnahmen.
Die Prozession wurde von einem geschmückten Anhänger mit dem Motiv „Maria bringt uns Jesus, das Licht der Welt“ angeführt, den wir mit den Jugendlichen der Pfarrei gestaltet hatten.
Damit die Messe nicht in der Mittagshitze hineinfiel, sind wir von Azara aus schon um 4:30 Uhr morgens gestartet, damit die Messe gegen 7 Uhr stattfinden konnte. Später am Morgen wäre es schon schlichtweg zu heiss geworden, um die Messe auf freiem Feld zu halten.
Am Abend des 8. brachen wir dann von hier aus auf, um einige Sachen der Nichte des Padres nach Posadas zu bringen, da sie ihr Medizin-Praktikum im dortigen Provinzkrankenhaus fortsetzen wollte.
Mit unserer (über-)voll beladenen und nicht grad jüngsten Camioneta (Pritschenwagen) gings dann los auf die ca. 100 Kilometer bis ins Zentrum Posadas’.
Das war zwar schon abenteuerlich im argentinischen Verkehr, zumal es auch schon dunkel war, als wir ankamen, aber alles kein Problem.
Als wir doch am folgenden Tag mittags von dort zurück wollten, wurden wir noch in Posadas von einer ständigen Polizeikontrolle, die normalerweise alle Welt durchwinken, angehalten und wegen des abgelaufenen argentinischen TüVs und weil ein/zwei Lichtchen (Bremslicht und Blinker) angeblich nicht funktionierten (für argentinische Verhältnisse nichts unnormales) nach langem gezähter, 4-maligen zeigen des Verbandskasten und Feuerlöschers, wurde uns schliesslich das Auto stillgelegt.
Doch den bürokratischen Aufwand der dann folgte, um endlich die Camioneta wieder frei zu bekommen, hätte ich mir im Leben nicht vorgestellt. Eine komplette Woche bin ich jeden morgens um halb 7 2 Stunden nach Posadas gefahren und dort in der schönen Sommerhitze Argentiniens von Amt zu Amt, Werkstadt zu Werkstadt (im Auto mit Polizeibegleitung) und zu diversen Polizeistationen gelaufen, um die nötigen Papiere zu besorgen, Strafe zu bezahlen, das Auto reparieren zu lassen und wie mir scheint noch viel mehr zu warten...
Fazit: Auch wenn wir in Deutschland viel auf unsere Beamten schimpfen, können wir denke ich doch stolz auf sie sein.
Als ich das Auto dann endlich nach Hause fahren konnte, hatten wir schon den 3. Advent gefeiert, es blieb also nur noch wenig mehr als eine Woche für alle Weihnachtsvorbereitungen. Doch vorher haben wir noch die Mauer, den Glockenturm und den Eingangsbogen, der das Pfarrgelände zur Hauptstrasse hin abgrenzt komplett angestrichen, was auch dringend gemacht werden musste. Durch die extreme Hitze (auch für argentinische Verhältnisse mehr als Gewöhnlich für die Jahreszeit) war unsere Arbeitszeit jedoch begrenzt auf 6-11 Uhr morgens und 6-9 Uhr abends, da es sonst einfach unmöglich war in dieser Hitze von 45º und mehr (im Schatten) zu arbeiten.
Als dieser Akt beendet war, war auch schon der erste Weihnachtsbesuch angekommen, es war also allerhöchste Zeit mit den Weihnachtsvorbereitungen anzufangen.
Doch kam noch ein etwas störendes Ereigniss in all die Weihnachtsvorbereitungen: Am Abend des 20.12. hatten sich, wie so oft abends einige gute Mitarbeiter der Pfarrei und unsere Besucher bei uns hinterm Haus getroffen um noch einen Mate nach gataner Arbeit zu trinken. So weit ich weiss, war die Idee eigentlich nicht zu warten bis um 12 Uhr dann mein Geburtstag begann, da alle doch sehr geschafft von den Strapazen der vergangenen Tage waren. Doch haben sie es sich schliesslich doch nicht nehmen lassen rein zu feiern, und mir so um 12 Uhr zu gratulieren und einige Geschenkchen zu überreichen, unter anderem ein Foto von meinen neuen Freunden, den Polizisten in Posadas. ;-) Dann später kam noch die Idee auf noch auf einen Baile zu gehen, der an diesem Abend stattfand. Und wie die Argentinier so sind sind wir im Endeffekt doch nicht vor 5 Uhr nach einer genialen Feier nach Hause gekommen. Etwas müde gings dann am Sonntag mit dem Asado zum Mittagessen weiter. Anschliessend sind wir dann mit einigen Freunden zum Balneario, einer Badestelle im Fluss nahe des Dorfes, gefahren, um dort, wie das halbe Dorf, den Nachmittag zu verbringen. Am Abend nach der Messe kamen dann noch die verschiedenen Gruppen der Pfarrei, wie meine Messdiener, die Jugend-, die Liturgie- sowie die Caritasgruppe und andere gute Freunde zusammen, um dann noch meinen Geburtstag zu ende zu feiern. Alles in allem wird mir dieseer Tg wohl als unvergesslich im Gedächtnis bleiben!
Hier in der Pfarrei wird alljährlich eine enorme Weihnachtsbeleuchtung an die Kirche, im Garten und im Eingangsbereich zur Pfarrei angebracht; in der Kirche wird deswegen aber nicht mit Schmuck gespart. Auch hier wird eine enorme Krippe aufgebaut. Jedes Jahr verschieden. Der Altar musste deswegen für die Weihnachtszeit zur Seite rücken.
Doch schliesslich war doch alles im letzten Moment fertig geworden, sodass wir es dann sogar noch schafften eine improvisierte Bühne für das „Krippenspiel“ aufzubauen, das dieses Jahr zum ersten Mal auf der Plaza, dem Dorfplatz stattfand. 15 Minuten vor dem Beginn der Messe war so alles fertig.
Die Weihnachtsmesse begann um 21:00 mit dem „Krippenspiel“, was wir mit der Jugendgruppe der Pfarrei und der Messdienergruppe vorbereitet haben. Dabei greift der Begriff „Krippenspiel“ nicht wirklich, da es sich um eine Aufführung handelte, in der die Weihnachtsbotschaft in die heutige Zeit transportiert wurde und so die Probleme der heutigen argentinischen Gesellschaft, wie Soziale Ungerechtigkeit, Korruption, Arbeitslosigkeit, Hoffnungslosigkeit der Jugend bis zur Prostitution behandelte. Trotz des starken Tobaks mit dem sich so einige alteingesessene Bürger
Es folgte dann der Einzug in die dunkle Kirche, beleuchtet nur von den Kerzen, der Leute, wo ebenfalls erst nach dem Gloria die Lichter entzündet wurden und so die beieindruckende Krippe sichtbar wurde. Es folgte der eucharistische Teil der Messe, die dann so gegen 11 Uhr endete.
Alle Leute sind dann für das tradtionelle
Danach geht es dann auf die verschiedenen Bailes im Dorf, wo dann bis in die frühen Morgenstunden ausgelassen gefeiert werden darf. Also nicht viel gemein mit „Stiller Nacht, heiliger Nacht“ im Kreis der Familie. Auch die gesamte Adventszeit wird hier als solche gar nicht gefeiert, wohl gab es bei uns in der Kirche eine Art Adventskranz (in Form einer Treppe, um die Symbolik besser auszudrücken) und auch die Grosse Christusfigur im Hochaltar wurde durch einen violetten Vorhang verhüllt, dieses Jedoch mehr durch den gewissen deutschen Einfluss in der Pfarrei, da Enrique, der Padre, mit dem ich hier zusammen lebe, eben Deutscher ist. Man muss sich aber auch vorstellen, dass die Athmosphäre einfach nicht die gleiche ist. Bei 40º im Schatten kommt eben keine Kaminstimmung auf und viele Gebräuche, die aus Europa oder den Staaten importiert wurden, wie zum Beispiel, dass überall Plastiktannenbäume (teilweise aus Pet-Flaschen), geschmückt mit künstlichem Schnee und blinkenden Lichterketten, herumstehen, wirken doch manchmal leicht befremdlich.
Viele haben mich vor meinem Einsatz oder auch per Mail in letzter Zeit gefragt, ob ich denn nicht Probleme hätte Weihnachten „so weit weg von Zuhause“ zu feiern, ob ich denn zu Weihnachten (mal eben) nach Hause kommen würde (was von vorne herein weder geplant noch möglich war), oder ob ich denn dann wohl nicht Heimweh zu Weihnachten bekommen würde.
All das war im Vorfeld schwierig zu beantworten, da ich natürlich selber noch nicht wusste, was mir in der zwischenzeit hier alles passieren würde.
Abgesehen davon, dass ich überhaupt keine Zeit hatte um grössere Heimatmelancholie zu entwickeln, war es für mich auch unglaublich wertvoll mitzuerleben, wie in einer total anderen Kultur die Geburt Jesu gefeiert wird. Zu viel Heimweh scheint mir eher hinderlich um sich wirklich auf die Bräuche und Feierlichkeiten hier einzulassen. Andersherum: wenn man sich wirklich auf die andere Kultur einlässt, hat man auch keinen Grund Heimweh zu haben, da man so auch nicht das Gefühl hat alleine zu feiern.
Daneben ist die Gelegenheit für mich dass alles zu erleben natürlich (zumindest ersteinmal) einzigartig, und verlangt so auch wirklich genossen, beziehungsweise sehr bewusst wahrgenommen zu werden.
Nach Weihnachten kehrten dann einige etwas ruhigere Tage ein, zumindest was das Arbeitspensum angeht. Dadurch dass das Haus voll mit Besuch war, musste man auf Stille wohl
Am 30.12. haben wir mit der Jugendgruppe noch einen Tagesausflug zu unserem Balneario und haben dort dann den Tag verbracht.
Am Nachmittag kam dann Johannes wieder auf Besuch, da wir eigentlich geplant hatten Silvester zusammen mit den MaZlern aus Paraguay und Argentinien zusammen zu feiern, letztendlich sind aber nur wir beide übergeblieben, da sich die Mädels andere Ziele gesetzt hatten und Leo bis zum Hals in Arbeit steckte.
Das sind unsere Jugendliche, als ich sie Abends alle zusammen (!) von dort abgeholt hab. -->
Den Silvesterabend haben wir dann gemeinsam mit einigen Freunden hier in der Pfarrei verbracht und (untypisch für Silvester in Argentinien) kein Ferkel, sondern Pizza und Empanadas gegessen. Um 12 Uhr wurde dann, wie in Deutschland auch, auf das neue Jahr angestossen, Glocken geläutet und geböllert.
Dann kam die spontane Idee auf, das kommende Wochenende zu den Wasserfällen von Moconà zu fahren, den angäblich längsten der Welt (nicht zu verwechseln mit Iguazù, den grössten der Welt), wo der Rio Uruguay auf einer länge von 1,6 Kilometern ca. 15m in die Tiefe fällt. Das
Wir sind also hier am 3.01. zu siebt in unserer etwas überholungsbedürftigen Camioneta (mit Haube) los und haben die erste Nacht in einer Pfarrei eines Steyler Pfarrers in El Sorberbio, einem Dorf 70km von unserem Ziel entfernt verbracht. Von dort aus sind wir dann mit schon abgefahrenen Reifen auf abenteuerlichen Wegen hoch und runter durch den Dschungel gefahren. Für 30 Kilometer haben wir knappe 2,5 Stunden gebraucht, aber zum erstaunen der Parkwächter sind wir doch angekommen, denn dieser Weg sei eigentlich nur durch Allradfahrzeuge befahrbar, wie sie sagten
Wirklich beeindruckend, die Dichte der Pflanzen.
Das sind die Fâlle, da sie eine Kurve machen, kann man nicht alles sehen
Um rechtzeitig zum Geburtstag des Padres, am Dreikönigstag wiederzukommen sind wir dann am 5.01. morgens nach einer äusserst kalten Nacht wieder aufgebrochen und abends mit einem Satz neuer, etwas zu grosser Reifen zuhause wieder angekommen.
Dann haben wir noch schnell in den Geburtstag des Padres reingefeiert und sind dann schnell und müde in die Betten. Wie gesagt, am nächsten Tag war der Geburtstag des Padres, der am Abend nach der Messe gross gefeirt wurde, über 100 Freunde, Mitarbeiter und andere Gäste kamen, um ihm die Ehre zu erweisen. Sogar der Primierminister der Provinz kam mit einem Gefolge von Beamten, um ihm zu gratulieren. Er ist aus welchen Gründen auch immer, sehr verbunden mit Azara und hat es sich so nicht nehmen lassen hier vorbeizuschauen.
Nur mein Körper hat sich diesen Tag eine Auszeit genommen, da ich mir irgendwo Magendarmprobleme und eine dadurch und durch die Hitze bedingte Deshydration eingefangen hatte, und so den gesamten Tag im Bett verbracht hab. Johannes hat es dann am gleichen Abend auch noch erwischt, sodass er seine geplante Abreise zum Paraguay noch ein wenig aufschieben musste.
Die nächsten Tage war dann noch Schonfrist angesagt. Doch in der folgengen Woche gings dann wieder mit Volldampf zur Vorbereitung des Dorffestes weiter, was vom 16. bis zum 18.01 im Balneario stattfinden sollte.
Auch die Einnahmen dieses Festes sollen dem Bau unseres Altenheims zufliessen, sodass wir von der Pfarrei den Getränkeausschank, Essensverkauf und die Kasse am Eintritt übernahmen.
Durch die schlechte Organisation der Stadtverwaltung, die eigentlich die Feier ausrichten sollte, kam jedoch auf uns weitere Aufgaben hinzu, um die ganze Feier nicht ins Wasser fallen zu lassen. Denn genau, wie als ob eine solche Feier nicht vorhersehbar wäre, hat zu dieser Zeit (Ferienzeit) die Mehrheit der Angestellten der Verwaltung Urlaub genommen und natürlich auch genemigt bekommen...
Die Feier an sich ist dann doch eigentlich sehr zufriedenstellend gelaufen.
Von all den Feierlichkeiten habe ich allerdings recht wenig mitbekommen, da ich Nachts den Eintritt kassieren musste, wobei wir zwar auch unseren Spass hatten, aber man halt von der eigentlichen Feier nichts mitbekommen hat.
Und wie es dann der Zufall wollte hat sich dann eine Blase, die ich mir bei der ganzen Vorbereitung in der rechten Hand zugezogen hatte entzündet, was mir dann hier in unserem Krankenhäuschen aufgeschnitten wurde. Da die Entzündung jedoch trotz Antibiotika nicht zurückgehen wollte, bin ich dann einige Tage später nach Posadas ins Provinzkrankenhaus gefahren, wo sie mir dann (endlich mal mit Betäubung) die Wunde gründlich gereinigt haben und schliesslich einen Gips verpasst haben.
Das hat mir natürlich nicht grad zu geholfen dies alles niederzuschreiben, aber mitlerweile ist die Entzündung weg, sodass ich auch schon wieder am letzten Samstag Eintritt kassieren konnte. L
Das letzte was es jetzt von hier neues gibt (branntaktuell, das Gerücht ist noch keine 2 Stunden alt!!!) ist dass unser Bürgermeister zurücktritt. Dank der schlechten Organisation des Festes hat er zusätzlich zu den Feinden, die er vorher schon hatte, einige mehr dazu gewonnnen. Durch sein Verhalten hatte er letztendlich auch keinen Rúckhalt mehr in seiner eigenen Verwaltung, was ihn wohl jetzt anscheinend (in Azara gibts eine sehr lebendige Gerüchteküche) zum Rücktritt bewegt hat. Mal sehen was aus der ganzen Sache jetzt wird.
In den letzten Tagen habe ich mich dann endlich damit befassen können meinen Blog ein wenig zu aktualisieren, aber dank eines kleinen Virus auf meinem MP3-Stick, ist auch das alles flöten gegangen, sodass ich diese kompletten 6 Seiten quasi 2 mal schreiben durfte... Das muss auch jetzt für die nächsten 3 monate erst mal reichen ;-).
Am Freitag werde ich nun mit ein paar Freunden fúr ein paar Tage nach Iguazù fahren um mal ein paar wohlverdiente Ferien zu nehmen. Und dann gehts bald los nach Chile, wo das Zwischenseminar einiger MaZler aus Argentinien, Paraguay und Bolivien stattfinden wird. Die Stadt wo das sein soll liegt an der Pazifikküste, wirden bestimmt nen paar schöne Tage!
Danach werd ich vielleicht auch mal Zeit für nen kleinen Bericht haben!
Ich wünsche euch allen für das neue Jahr, was ja mittlerweile schon über nen Monat auf dem Buckel hat, alles Gute, Gesundheit und Gottes Segen!
Viele Grüsse aus Argentinien und bis Bald!!!
EuerBernardo
P.s.: Antworten auf Mails sind in Arbeit!!!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen