Montag, 27. Oktober 2008

Hallo meine Lieben in Deutschland und im Rest der Welt!
Buenos tardes desde Azara!

Nun ist es bald schon wieder mehr 4 Wochen her, dass ich das letzte Mal was von mir hören lassen hab. Entschuldigt bitte, dass ich eure Mails noch nicht beantworten konnte, aber ich bin in dieser Zeit nicht dazu gekommen einmal 2 ruhige Stunden zu finden um ins Cyber (Internetcafè) zu gehen.
Viel besonderes ist hier allerdings in den letzten Wochen auch nicht passiert, was aber nicht heisst, dass hier mal Langeweile entstehen würde.
Seit einigen Wochen sind wir mit dem Bau des Monuments für die Virgin von Itatì beschäftigt. Auch wenn beim Anblick dieser Arbeiten mancher Elektriker oder Maurer in Deutschland die Hände überm Kopf zusammenschlagen würde, so funktioniert doch alles und so konnten wir schliesslich am letzten Sonntag die Einweihung feiern.
Hier 2 Bilder von der Einweihung.
Das ganze ist direkt vor der Kirche.
Auf dem oberen Bild kann man im
Hintergrund ein Stück vom Pfarrhaus sehen.


Weiterhin war am letzten Sonntag Muttertag hier in Argentinien.
Dieses Datum hat hier einen viel höheren Stellenwert als in Deutschland. Viele Kinder kommen aus allen Landesteilen um diesen Tag zuhause mit ihrer Mutter zu verbringen und diese zu beschenken. Bei dieser Gelegenheit hat auch unsere Kirchenzeitungsverteilerin die ausserdem auch Heiligenfiguren, Rosenkränze und Bibeln verkauft, ein gutes Geschäft gemacht.

Hier ein Foto von ihrem Verkaufstisch
vor dem Haupteingang der Kirche.
Hier in Argentinien gibt es jedoch für alles Mögliche einen Feiertag (die natürlich meistens nicht ganz so gefeiert werden, wie der Muttertag oder (viel grösser) der Nationalfeiertag). Z.B.: den Tag der Grossmutter (11.11.), den Tag des Lehrers (natürlich Schulfrei...), den Tag der frischen Luft (17.11.) oder den internationalen Tag des „Dulce de Leche“(11.10.), einem süssen Brotaufstrich aus Milch und viel karamelisiertem Zucker.

Seit 3 Wochen leite ich jetzt schon selbst die wöchentliche Messdienergruppenstunde, bei der ich versuche neben der Besprechung des Sonntagsevangeliums den Haufen Mädchen und die 2 Jungs auch immer zu einem mit dem Evangelium verbundenen Thema kreativ arbeiten zu lassen. Das Resultat wird dann auf einer Pinnwand in der Kirche präsentiert. Manchmal hab ich zwar noch das Gefühl, dass mein Spanisch für die Kinder eine Zumutung ist, aber sie verstehen doch fast immer, was ich von ihnen will und haben denke ich auch Spass an der kreativen Arbeit!
(<- Foto von der letzten Reunion)

Des Weiteren war ich in den letzten Wochen auf Möbelkauftour mit einem der Mitarbeiter der Pfarrei, der für uns so ziemlich alles vom Anschweissen von Türen bis zur Organisation vom Patronatsfest macht. Und zwar mussten wir aus bürokratischen Gründen jetzt schon einige Möbel (18 Betten und Nachttische, 9 Kleiderschränke, 50 Stühle und 6 Tische) für unseren Hogar de Ancianos (Altenheim) kaufen, die jetzt in unserem Pfarrsaal zwischengelagert werden bevor sie dann ihrer Bestimmung zugeführt werden. Dort, im Altenheim, werden im Moment immer noch die Dacharbeiten ausgefürt, was sich auf Grund der finanziellen Lage und einiger Fehler im Bau noch ein bisschen hinziehen wird.
Am letzten Sontag (26.10.) war bei uns in der Gemeinde die Erstkommunion. Das bedeutete am Tag vorher natürlich ein riesiges Gerenne: nach Apòstoles fahren um einzukaufen, Hof fegen, Saal putzen, Sandwiches schmieren, Kirche schmücken...
Obendrein sind dank eines heftigen Gewitters, bei dem sich sogar kurzzeitig ein kleiner Tornado gebildet haben soll, einige Bäume auf Stromleitungen gekippt, sodass der Strom ausfiel und wir so am Abend im Dunkeln weiter arbeiten mussten.
Bei uns auf dem Pfarrgelände ist unter anderem ein ca. 20 m hoher Eukalyptusbaum umgekippt, der keinen grösseren Schaden angerichtet hat, ausser, dass er auch auf eine Stromleitung gefallen ist. Zum Glück ist unsere Camioneta (Pick-Up), die im Moment dort unter den Bäumen steht weil sie wieder einmal kaputt ist und das Nachbarhaus, verschont geblieben. Andere hat es jedoch schlimmer erwischt: So sind einiger Dächer hauptsächlich von den kleinen Hütten der armen Menschen weggeweht worden.
Am Tag der Erstkommunion hat es natürlich auch gewittert, was für die Kleider der Mädchen und die Hosen der Jungs, die zum grössten Teil zur Kirche über die meistens ungeteerten Strassen laufen mussten, weil die meisten Familien kein Auto haben, nicht umbedingt optimal war. Den Gottesdienst an sich hat das Gewitter aber nicht gestört, da die Stromleitungen in der Zwischenzeit repariert wurden.
Alles in allem war es ein sehr schön gestalteter Gottesdienst und eine schöne Erstkommunionfeier. Nach dem Gottesdienst haben sich dann alle hier im Jugendsaal versammelt um noch die Sandwiches und die Riesen-Torte (15 kg) zu verspeisen und natürlich um Fotos zu machen.
Bis auf die etwas militärisch wirkende Tauferneuerung, bei der die Kinder den Arm mit der entzündeten Kerze in der Hand ausstreckten und synchron „Ja, ich glaube“ riefen sowie die eingeschobene Taufe des Sohnes einer Katechetin (Laura) war die Feier an sich recht ähnlich zu einer Erstkommunionfeier in Deutschland.

Eine andere Sache, die im Moment grossen Einfluss auf das Leben der Menschen hier hat, ist die Finanzkriese, deren Ursachen die Menschen hier nicht verstehen, aber ihre Auswirkungen unmittelbar und hart spüren.
Wie ich schon einmal geschrieben habe, sind hier viele Menschen in der Holzwirtschaft beschäftigt. Das Holz wird zu einem grossen Teil nach Brasilien exportiert oder auch auf dem argentinischen Markt verkauft.
Durch die ganze Finanzmisere ist die Nachfrage nach Holz jedoch rapide gesunken.
Das führt dazu, dass die Arbeitszeit der Angestellten von 10 auf zuerst 8 und jetzt auf 6 Stunden gesenkt wurde. In der Nachbarstadt musste ein grosses Sägewerk sogar schon ganz schliessen. Die Löhne werden ausserdem nicht ausbezahlt, was für die Menschen, die bei Gehältern von ca. 200 € im Monat, von der sie oft eine 6 oder mehrköpfige Familie ernähren müssen ohnehin schon von der Hand in den Mund lebten, ein Leben am Existenzminimum oder darunter bedeutet.
So steigt die Zahl der Menschen, die hier in der Pfarrei Lebensmittel, oder Geld z.B. fùr Medikamente erbitten oder Kleinigkeiten wie Trockentücher verkaufen, um sich über Wasser zu halten, merklich an.
Daneben gibt es natürlich noch unsere „Stammkunden“: einen Alkoholiker, der nach dem Tod seiner Mutter abgerutscht ist und nun schon seit Jahren, begleitet von 3-5 Hunden durch das Dorf streunt und einem anderen der als eine Art Obdachloser ausserhalb des Dorfes in einer Hütte lebt, und sich durch kleine Arbeiten ein klein wenig Geld verdient, aber auch oft trinkt und so zu einer festen Arbeit nicht wirklich fähig ist. Diese beiden sind wohl die markantesten Persöhnlichkeiten, aber ausserdem kommen immer wieder Kinder einer armen Familie, die von ihrer Mutter zum Betteln geschickt werden, was natürlich sehr kontraproduktiv ist, da sich die Kinder so schon in einem sehr jungen Alter (4-7 Jahre) ans Betteln gewöhnen, andererseits würden sie ohne die Lebensmittel, die sie bei uns erbetteln noch mehr Hunger leiden, als sie es sonst schon tun. Dazu kommt, dass die Kinder geistig minderbemittelt sind, was es unmöglich macht, dass sie in die Schule gehen. Das würden sie aber wahrscheinlich ohnehin nicht tun, da viele Kinder der armen Familien nicht in die Schule gehen, wodurch die Perspektiven für eine bessere Zukunft natürlich gegen 0 tendieren.
Eine schwierige Situation, für die es schwierig ist, eine Lösung zu finden.
Das nur um euch einen einblick davon zu geben, wie das weitere Umfeld der Pfarrei und die Realität vieler Menschen hier im Dorf aussieht.
Das Wetter hier ist im Moment alles andere als schön: So ist es seit ungefähr 10 Tagen unterbrochen von einem sonnigen Tag, am regnen, wobei es hier Regen ohne Gewitter nicht zu geben scheint...
(Das hier ist ein Farbfoto ;-)... Die Wolken waren so dick, dass man am Mittag denken konnte, es wäre später Abend)

Es fällt also unglaublich viel Wasser auf den schon nassen Boden, wodurch die Erdstrassen dann unpassierbar werden. Das ist auch der Grund, dass wenn es regnet keine Schule ist, da viele Schüler von den ausserhalb liegenden Chacras (Höfen) kommen und es auch innerhalb des Dorfes fast unmöglich ist die Wege zu benutzen ohne sich komplett einzusauen.


Mir persönlich geht es weiterhin sehr gut. Wenn ich mir vorstelle, dass ich jetzt schon 2 Monate und eine Woche hier bin, dann weiss ich nicht, wo die Zeit geblieben ist.
Es gibt hier einfach immer so viel Neues an Geschichten, Erlebnissen und Begegnungen für mich, dass die Zeit hier aussergewöhnlich kurz erscheint.
Ich wünsche euch von hier aus alles Gute, bereitet euch schön auf den Winter vor, wáhrend ich hier an sonnigen Tagen (wenn es die dann mal gibt) in kurzer Hose rumlaufe, „Tererè“ trinke und mich mittags im Haus aufhalte, weil es draussen einfach zu warm ist...

¡Hasta las próximas y suerte!

Euer

Bern(ar)d(o)

P.s.: Falls mich jemand versuchen sollte anzurufen: Unser Telefon ist im Moment kaputt und es wird noch einige Tage brauchen, bis es repariert wird. („Made in China“ sag ich nur...)

P.p.s.: Von einigen von euch hört man ja keinen Ton mehr, seit dem ich hier bin! Meldet euch mal, damit ich weiss, was ihr so treibt!

Freitag, 26. September 2008

Hola mis queridos en alemania y todo el mundo!

Zuerst einmal viele Grüsse hier aus Azara!

Hier ist weiterhin alles in seiner besten Ordnung. Das Wetter wird langsam stetiger und wärmer. Der Frühling hält hier Einzug, sodass ich nur noch selten einen Pullover brauche.

In letzter Zeit ging alles seinen mehr oder weniger gewohnten Gang, doch es gab auch ein paar Besonderheiten in den letzten 2 Wochen:

Am Donnerstag in der vergangenen Woche waren hier die Priester, Pfarrer und sonstigen Geistlichen aus unserem Dekanat hier versammelt um ihre monatliche Versammlung zu veranstalten. Der Ort wechselt jedesmal und dieses Mal waren wir die "Glücklichen" die dieses Event beherbergen durften...

Das hiess am Mittwoch wurde ersteinmal der ganze Hof in Ordnung gebracht, gefegt, Laub gehakt, die Säle geputzt, eingekauft (hauptsächlich Essen), Essen vorbereitet... bis wir dann spät abends müde in die Betten gefallen sind. Zum Glück hatten wir (der Padre, Francisco und ich) dabei gute unterstützung von einigen Jugendlichen der Jugendgruppe, auf die man sich wirklich super verlassen kann!

Am Donnerstag morgen gegen 9 kamen dann alle Teilnehmer der Reunion hier an und wurden mit einem so ausgiebigen Frühstück hier begrüsst, dass einige schon dachten, dass das das Mittagessen sei. Aber nein denn wie sich das zu solchen Anlässen gehört wurde dazu ein grosses Asado vorbereitet.
Hier ein Bild dieser Köstlichkeiten aus Fleisch:
Rindfleisch, Hähnchenschenkel und Chorizo (Würstchen)


Nach dem Mittagessen verschwanden dann alle wieder sofort, und wir hatten wieder unsere Ruhe und den Berg an Geschirr vor uns.

Für knappe eineinhalb Stunden Versammlung haben sich die Erwürdigen Herren wirklich sehr gut gehen lassen...



Am Samstag Morgen kehrte dann wieder mehr leben hier in die Pfarrei ein, denn der Padre erwartete Besuch aus Deutschland bzw aus Argentinien: Seine Nichte, die schon oft hier zu Besuch war, viele Leute hier gut kennt und jetzt in Buenos Aires für ein Semester Medizin studiert und 2 Freunde vom Studienaustausch (auch aus Deutschland) und ihre Schwester, die sie hier besucht.

Das sind die 4: Tomy, Julia, Claudia und Tina (v.l.) zusammen mit dem Padre (links) dem Abuelo und der Laica (unten ;-) )


Nach ihrer Ankunft am Samstag Morgen haben sie gleich angefangen unsere Küche aufzuräumen und so unser geordnetes Chaos, in dem 3 Genies den Überblick hatten ;-), zu beseitigen.


Die 4 haben dann in den Tagen darauf hier ein wenig die Gegend erkundet und sich hier von der sehr sauberen Luft in Buenos Aires erholt.


Hier ein paar Bilder von dem Ausflug, den ich gemeinsam mit den vieren und Francisco gemacht habe. Es ging über die "Strasse" oben zu einer Chacra einer netten Familie, die auch viel mit der Pfarrei zu tun hat. Dort haben wir dann zuerst einen Mate getrunken und sind dann mit dem Bisitzer rausgefahren. Er hat uns dann seine Yerba-Mate Plantagen gezeigt und erklärt, was wichtig für den Anbau von Yerba ist. Er hat uns auch zu den grosse Sägewerken gebracht, bei denen viele Menschen hier Arbeit finden und uns erklärt wie das Holz wächst, und dann weiterverarbeitet wird.

Rechts seht ihr noch ein Bild vom Rio Uruguay dem Grenzfluss zu Brasilien (ca. 10 km von mir entfernt)
Am Donnerstag sind sie dann weiter zu den Wasserfällen in Iguazu gefahren, die ja quasi hier um die Ecke sind (ca. 300 km).

Am Sontag war ich mit den Jungs und Mädchen der Firmungs-Katechese auf einer 1-Tages-Wallfahrt zu dem Diözesanheiligtum unseres Bistums: zur hl. Jungfrau von Itatì.

Früh morgens, um 4:30 Uhr, sind wir mit 2 Bussen und insgesamt 106 Jungen, Mädchen, Eltern, Katecheten... hier vor der Pfarrei losgefahren und haben dort, nach 5 Stunden Busfahrt mit vielen Liedern und Gebeten, zuerst ein Heim für Schwerstbehinderte besucht, dass dort direkt neben der Basilika aufgebaut wurde. Dort haben wir einige Kartons an Lebensmittelspenden der Menschen aus Azara hin gebracht und anschliessend mit den Kranken dort gesprochen oder einfach nur ihre Hand gehalten.
Hier ein Bild des Heiligtums. Es geht übrigens auf eine Marienerscheinung zurück. Das besondere daran ist, dass Maria einem Indio erschienen ist, was hier auch als Zeichen der Verbundenheit Marias mit den Ureinwohnern (hier meistens den Guaranì) gedeutet wird.

Mittags haben wir dann die Unmengen von Empanadas (gefüllte Teigtaschen) verspeist, die die Katecheten vorher vorbereitet hatten.

Dann haben wir natürlich die Basilika von Itatì besichtigt und sind auch zum Fluss Paranà gegangen, der dort ist und die Grenze zu Paraguay bildet.

Nachdem wir dann eine neue Statue der Jungfrau von Itatì für die Marien-Grotte der Pfarrei gekauft hatten (die Alte wurde zum 3. Mal zerstört) haben wir uns dann am späten Nachmittag auf den Rückweg nach Azara gemacht (natürlich nochmal 5 Stunden Busfahrt...).

Das ist soweit das neuste hier aus Azara.

Ich hoffe es geht euch allen daheim, oder wo ihr sonst in die Welt seit, gut und ich hoffe bald was von euch zu hören!

Hasta las proximas y suerte!

Bern(ar)d(o)

Freitag, 12. September 2008

Hallo meine Lieben in Deutschland!

Mir ist aufgefallen, dass ich schon lange nichts mehr von mir hören lassen hab. Das soll sich jetzt hiermit mal wieder ändern.
Hier gibt es eigentlich wenig neues zu berichten. Das Leben hier in der Pfarrei geht seinen üblichen Gang.
Von Montag bis Donnerstag war der Padre auf einer Versammlung aller Steyler-Missionare hier in der Provinz Misiones. In dieser Zeit waren Francisco und ich hier alleine im Pfarrhaus und mussten die Dinge regeln, die so in einer Pfarrei auf einen zukommen können und mitunter sehr skuril sein können... (Näheres werde ich denke ich erst nach meiner Rückkehr erzählen können, da das an dieser Stelle fehl am Platz wäre und ohnehin so unglaublich ist, dass es mir keiner von euch abkaufen würde.)
In dieser Zeit ist jedoch nicht so viel vorgefallen, sodass nicht so viel Hektik aufkam.
Ansonsten hat sich jetzt schon vor 10 Tagen mein Vorgänger Manu von uns verabschiedet. Natürlich wurde das würdig gefeiert: mit einer Verabschiedungsmesse mit anschliessender Feier im Pfarrsaal, mit einem super leckeren Asado mit den Mitarbeitern der Pfarrei (ich glaub so viel Fleisch auf einmal hab ich seid 3 Jahren, seitdem ich das letzte Mal in Argentinien war nicht mehr gegessen ;-) ) und natürlich mit einer kleinen Karavane zum Busbahnhof in die nächste Stadt, nach Apóstoles.
An dieser Stelle nochmal ein ganz grosses "Dankeschön" an ihn, da ich in der Zeit mit ihm sehr viel von ihm lernen konnte und er mich auch sehr gut hier in die Gemeinschaft eingeführt hat.
Ob ich das so schnell ohne ihn geschafft hätte, wage ich zu bezweifeln.
Entonces "Muchísimas gracias, Manu!"
In der nächsten Zeit werden wir innerhalb des Pfarrhauses etwas verändern: Das Pfarrbüro wird das Zimmer wechseln und in dem Zuge wird auch noch einiges sortiert, geordnet und umgebaut werden müssen.
Das Wetter hier spielt schon seit längerem nen bisschen verrückt: So ist es einen Tag lang super warm, dass man in T-shirt und kurzer Hose Terere trinken kann (Terere ist Mate mit kaltem Fruchtsaft: superlecker!!!). Den nächsten Tag fängt es jedoch an zu regnen, sodass die Temperatur schlagartig um 15-20 Grad sinkt und man mit 2 Pullovern im Haus sitzen muss, weil es hier natürlich im Haus keine Heizung gibt. 2 Tage später wirds dann wieder heiss.
So geht das jetzt schon seit 2-3 Wochen. Ein super Wetter also um sich richtig schön krank zu werden, aber bis jetzt hats mich noch verschont. toi, toi, toi!
Wie gesagt, ansonsten gibt es hier nichts aussergewöhnliches neues.
Meine Sprachkenntnisse wachsen langsam aber stetig, sodass ich auch merke, dass es weiter voran geht.
Ich wünsche euch weiterhin alles Gute daheim im Spät-"Sommer".
Hasta las Proximas y muchos saludos desde la Argentina!

Bern(ar)d(o)


P.s.: Die Internet-Verbindung ist im Moment so schlecht, dass ich meine Mails nicht abrufen kann, bzw. welche schreiben kann. Fotos kann ich aus diesem Grund im Moment auch noch nicht hochladen, aber das werde ich in den nächsten Tagen nachholen ;-)

Freitag, 29. August 2008

Ahora de Azara

Hallo meine Lieben in Deutschland!

Nachdem mich hier die ersten Beschwerden über eine unzureichende Informierung meiner Tätigkeiten hier erreicht haben, werde ich diese nicht länger auf mich sitzen lassen und euch von meiner ersten Woche hier berichten:
Am Montag letzter Woche, als die meisten von euch noch den Rausch vom Stadtschützenfest ausgeschlafen haben (an dieser Stelle herzlichen Glückwunsch an Shorty zur Stadtschützenkönigswürde), haben Johannes und ich uns am Abend in Buenos Aires in den Bus gesetzt um Richtung Misiones zu fahren.
Am Dienstag Morgen sind wir dann nach 12 Stunden Busfahrt in Apostoles, der nächsten Stadt von Azara aus, angekommen. Johannes hatte sich entschlossen noch nen paar Tage meine Einsatzstelle zu besuchen: Die Pfarrei "San Antonio de Padua" hier in Azara. Und so wurden wir beide von Manu meinem Vorgänger und einem Freund hier aus dem Dorf abgeholt.

Links seht ihr ein Bild von der Kirche hier in
Azara, links daneben seht ihr auch einen klitzekleinen Teil vom Pfarrhaus. Wie ihr seht sind hier im Moment viele Büsche am blühen, obwohl es eigentlich Winter ist.
Rechts seht ihr das Haus in dem ich wohne:
Es ist ein Neubau und enthält verschiedene Sähle der Pfarrei, öffentliche Toiletten und im Obergeschoss Gästezimmer, die MaZ-Zimmer und das Zimmer von Francisco.

Da die Betten im Bus (man kann die Sitze im Bus fast wirklich als Betten bezeichnen), doch nicht hundertprozentig richtige Betten ersetzen, haben wir uns dann ersteinmal zur Ruhe gelegt.
Am Nachmittag haben wir dann eine kleine Dorfführung bekommen.




Hier seht ihr meinen Vorgänger und (bis jetzt noch) "Meister" Emanuel, mich und Johannes am Fluss Chimirey, der hier nahe am Dorf vorbei fliesst und im Sommer das Freibad des Dorfes ist.



Ich spreche hier dauernd von meinem Dorf Azara, aber keiner von euch kann sich darunter so wirklich was vorstellen, deswegen folgt hier eine kleine Beschreibung:
Azara hat in etwa (mit allen umliegenden Höfen) 4000 Einwohner und liegt in der argentinischen Provinz "Misiones" im Nord-Osten Argentiniens (Für Insider ist das auch die Provinz in der die grössten Wasserfälle der Welt, die Cataratas de Iguazu liegen).
Die Region hier ist Grenzgebiet zu Brasilien und Paraguay und hat ein subtropisches bis tropisches Klima.


Die Menschen in dieser Provinz leben hauptsächlich vom Yerba-Mate Anbau, dem Pulver womit man den berühmten Mate-Tee zubereitet und der Holzindustrie. Viele Menschen leben auch von der Viehzucht. Es ist also eine sehr ländlich geprägte Region und hier leben hauptsächlich einfache Menschen. (Ein Beispiel dafür ist z.B., dass ich neulich bei einer Geburtstagsfeier darauf angesprochen wurde, dass es doch 2 Deutschlands gibt, oder?. Das kann man aber auch auf das nicht wirklich gute Schulsystem hier zurückführen, was nur eines der vielen Probleme dieses Landes ist.)

Hier links seht ihr das Altenheim, was im Dorf gebaut wird. Es wird hauptsächlich durch Spenden, die der Padre von Freunden aus Deutschland enthält aufgebaut, auch wenn es offiziell ein Projekt der Gemeinde ist. In Zukunft hoffen wir auch noch auf öffentliche Gelder der Provinz Misiones, da immer nur dann gebaut werden kann, wenn auch Geld zur Verfügung steht.
Wenn auch ihr mit einer Spende dazu beitragen wollt, dass das ganze Projekt schneller zustande kommt, was mich wirklich sehr freuen würde, wäre es nett, wenn ihr euch per Mail, oder sonst wie, melden würdet. Da es in diesem Land quasi keine soziale Sicherung staatlicher Seits gibt, würde eine Spende eine wirksame Hilfe zur Veresserung der armen Alten des Dorfes bedeuten.

In den folgenden Tagen habe ich hier viele neue und meistens wirklich herzensgute Menschen kennengelernt, vornehmlich natürlich aus dem Helferkreis der Pfarrei.

Samstag hat sich dann auch mein Reisegefährte Juan (Johannes) von mir verabschiedet. Er wird nach eineigen Kommunikationsproblemen mit seinem Padre in Encarnacion in Paraguay, wo auch er in einer Pfarrei arbeiten wird, diesen doch noch besuchen, um nun nach Asuncion zu gehen, wo er in einer Sprachschule noch spanisch lernen wird. (An dieser Stelle schöne Grüsse!!!)

Am Wochenende lagen dann auch noch gleich zwei grosse Events an: zum einen war am Samstag die Firmung hier im Dorf, wo für die anschliessende Feier mit den Familien ca. unendlich viele Sandwiches geschmiert und Empanadas (kleine Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen, meistens mit Hackfleisch) gebacken wurden.


Zum anderen fand am Sonntag in ganz Argentinien der Tag des Kindes Stadt. Dieser wurde hier im Dorf mit einem riesigen Kinderfest gefeiert, was von der Jugendgruppe der Pfarrei organisiert wurde und woran ca. 1000 (ja drei Nullen sind richtig!!) Kinder teilnahmen.
Dafür bereiteten die Frauen des Helferkreises ca. 1700 süsse Teigbällchen mit Marmelade und unzählige Liter Kakao zu, die an die Kinder verteilt wurden. (Foto)



Ausserdem gabs natürlich noch die Sonntagsmessen, wovon eine jede Woche an einem anderen Ort in dem weitläufigen Gebiet der Pfarrei stattfindet, um auch den Menschen die dort auf ihren Chacras (Bauernhöfe) leben auch die Möglichkeit zu geben wenigstens einmal im Monat einen Gottesdienst zu besuchen.

Unter Woche galt es dann erst einmal den ganzen Platz vom Kinderfest aufzuräumen und dann gabs natürlich noch die ganzen Aktivitäten, die zu einer Pfarrei dazu gehören.
Aber in der Woche hält sich die Arbeit in einem erträglichen Mass.


Morgen findet dann noch die Verabschiedungsfeier für meinen Vorgänger Manu statt, der nach einem Jahr seinen Dienst hier beenden wird und zurück in Deutschland anfangen will zu studieren und sich schon auf das Rückkehrerseminar Anfang Oktober freut ;-) .
Von ihm konnte ich vieles über die Menschen hier im Dorf, meine Aufgaben und alles Mögliche was während eines solchen Jahres auf einen zukommen kann und wird lernen und ich bin froh, dass ich noch die Zeit mit ihm gehabt habe!


Neben meinem Vorgänger lebt hier in der Pfarrei auch noch der Adoptivsohn des Padres, Francisco. Er ist 16 Jahre alt und wirklich netter aber auch sehr lebendiger Typ, was einem manchmal auch nen bisschen auf die Nerven gehen kann. Er geht hier noch zur Schule und wird in nächster Zeit seinen Abschluss machen.


Ausserdem gehört zu einer Pfarrei natürlich auch noch ein Pfarrer, das ist hier der Steyler Missionar P. Enrique Grosse-Darrelmann. Er stammt ursprünglich von einem grossen Hof im "Oldenburger Münsterland", ist aber mittlerweile schon seit 50 Jahren (in diesem Jahr genau) in Lateinamerika, hat in Buenos-Aires Theologie studiert und war lange Jahre in Kolumbien tätig wo er mehrere Pfarreien aufgebaut hat.
Nach einer schweren Krankheit vor mittlerweile ca. 15 Jahren ist er dann nach Misiones versetzt worden, wo er jetzt seit 9 Jahren in dieser Pfarrei tätig ist.
Er ist ein wirklich netter Typ, der für seine 75 Jahre noch ausgesprochen fit ist und mit dem man über alles reden kann.
Mit diesen beiden werde ich jetzt die nächsten 12 Monate zusammenleben!

Jetzt habe ich allerlei geschrieben, was ich hier eigentlich die ganze Zeit mache, und wie das hier alles so aussieht, aber noch nichts wie ich mich eigentlich fühle:
Ich fühle mich hier wirklich ausgesprochen wohl! Die Menschen hier machen einem den Anfang hier sehr leicht, was wohl auch schon an ihrer Erfahrung liegt, denn ich hatte insgesamt schon 4 Vorgänger. Sie sind sehr nett und gehen offen auf mich zu auch wenn es doch immer wieder noch Verständigungsprobleme, bedingt durch mein im Aufbau begriffenes Spanisch, gibt.
Auch wenn ich mich dann manchmal fühle wie "nen Ochs vorm Berg", nichts verstehe und noch weniger antworten kann, merke ich doch, wie ich recht schnell immer mehr verstehe und auch dadürch viele Vokabeln lerne. Es wird also!

Ich wünsch euch daheimgebliebenen alles Gute, bleibt gesund und schreibt mir ruhig mal nen paar Mails auch wenn ich nicht auf alle antworten kann!

Bis bald y saludos desde la país la mas linda del mundo!

Bernardo

Samstag, 16. August 2008

llegamos en Buenos Aires

Nach einem ruhigen Flug sind wir gestern in Buenos Aires angekommen und verbringen das erste Wochenende auf argentinischem Boden bei meiner alten Gastfamilie. Wir, das sind Johannes, mein Mit-MaZler, und ich.
In Buenos Aires hat sich fuer mich nicht viel veraendert. Aber es ist schoen, alles hier einmal wiederzusehen, vorallem auch "meine" Familie.
Allerdings sind die Tickets fuer die Busfahrt nach Apostoles schon gekauft und am Montag gehts dann los Richtung Misiones. Am Dienstag werde ich dann in Azara ankommen, wo ich schon erwartet werde!

Donnerstag, 14. August 2008

So, bald ist es so weit! Die Koffer sind gepackt! In 34 Stunden und ca. 36 Minuten werde ich wieder argentinischen Boden betreten!
Vielen Dank, euch allen, die ihr auf meiner Abschiedsparty ward und auch für alle guten Wünsche, Andenken und Momente von und mit euch!
Ich würde mich über viele E-mails von euch freuen, aber bitte habt Verständnis dafür, dass ich wahrscheinlich nicht so schnell und oft antworten werde.
Ich wünsche auch euch alles Gute und werde mit Sicherheit oft an euch denken!

Hasta las proximas!

Dienstag, 5. August 2008

Bald geht´s los: Vamos a Argentina

Frisch aus dem Blockseminar in Steyl nach Hause gekommen, der Vorbereitung den letzten Schliff gegeben und ´ne Menge neuer Motivation gesammelt, merkt man doch, dass die Zeit bis zum Abflug förmlich weg rennt.
Die Vorfreude erreicht so allmählich den Sidepunkt! Noch 10 Tage!
Demnächst werdet ihr hier dann allerhand Sachen lesen können, die ich in Argentinien erleben werde! Also bis dahin!